Als Autor gehört das Schreiben eines Exposés zu den eher ungeliebten Aufgaben. Ich denke das liegt daran, dass man die Position zur eigenen Buchidee kurz aufgeben muss, um eine andere Perspektive einzunehmen. Die Position zum eigenen Buch ist zumeist tief leidenschaftlich. Man brennt als Autor für das Thema, schließlich hat man schon einige schlaflose Nächte mit der Buchidee verbracht und einige wache Stunden mit der Recherche. Wenn man dann festgestellt hat, dass die Idee trägt, möchte man am liebsten sofort mit dem Manuskript loslegen. Allerdings muss man sich auch fragen, ob sich das Buch auch verkaufen würde. Und welcher Verlag für das Buch die richtige Heimat ist.

Um einem Verlag ein Buchprojekt vorzuschlagen, erstellt der Autor ein Exposé, um für sein (Sach-)Buch zu werben.

Ein Verlag möchte in der Regel ein, oder mehrere, Beispielkapitel, um eine Vorstellung davon haben, wie die Tonalität ist und was für eine Art Buch dies sein wird.

Für das Exposé muss der Autor einen eher kaufmännischen Blickwinkel einnehmen:

  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Wie groß ist die Zielgruppe?
  • Was sind die Verkaufargumente für Ihr Buch?
  • Wo und wie kann ein Marketing für Ihr Buch erfolgen?
  • Welche Konkurrenz-Bücher zu dem Thema gibt es schon?
  • Wie lange wird dieses Sachbuch aktuell sein?
  • Was sind die Alleinstellungsmerkmale Ihres Buches?
  • Welche gesellschaftliche Strömung oder Zeitgeist greift das Buch auf?

Sie müssen dem Produktmanager des Verlags erklären, warum Ihr Buch als Produkt Erfolg verspricht. Der Lektor wird sich die Beispielkapitel anschauen und - alles in allem - schauen ob Sie überhaupt schreiben können.

Um das Buch zu präzisieren, sollten Sie folgende Punkte unbedingt ins Exposé aufnehmen:

  • Haupt- und Untertitel
  • geplanter Umfang (ZmL) und Anzahl der Abbildungen
  • Genre des Buches, bzw. Thema
  • eine detaillierte Gliederung
  • Projektstatus
  • frühestmöglicher Abgabetermin für das vollständige Manuskript
  • Autorenporträt

Der Projektstatus beschreibt die schon geleistete Arbeit. Es kann also schon ein Teilmanuskript angegeben werden, nur das Konzept, oder sogar schon ein vollständiges Manuskript. Je nachdem wie lange man einen Verlag sucht, hat man ggf. schon das Manuskript in der Schublade liegen.

Das Autorenporträt stellt ihre Qualifikation für das Thema heraus. Warum sind Sie die richtige Person, um über dieses Thema zu schreiben? Was haben sie schon vorher geschrieben und wie können Sie möglicherweise bei der Vermarktung helfen?

Die Gliederung ist sehr wichtig. Diese zeigt dem Produktmanager und Lektor, wie geübt Sie sind ein Projekt vom Umfang eines Buches bewältigt zu bekommen. Der Bogen, und der rote Faden, des Buches sollte klar erkennbar sein. Die Konzentration auf den Kerninhalt, oder die Kernthese, sollte durch die Gliederung unterstrichen werden. Wie der Leser in diesem Sachbuch an das Thema herangeführt und mitgenommen wird, sollte zu sehen sein. Aber auch Ihre Begeisterung für das Thema sollte durchschimmern. Denn Begeisterung macht ein Sachbuch erst gut.

Kurz gesagt, mit einem Exposé zeigen Sie, wie gut sie alle Facetten ihres Handwerks beherrschen. Und in einem Verlag arbeiten Menschen die sehr gut in ihrem Job sind und damit mit einem Blick eine recht genaue Vorstellung von dem Autor und seiner Buchidee bekommen.

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