Zuerst das Wichtigste: Es geht nicht um ein Bullet-Journal. Auch wenn man das Journal, was ich hier meine, auch so führen könnte. :-)

Als Autor arbeitet man selbstorganisiert und deshalb ist es notwendig, sich auch um seine langfristige Entwicklung zu kümmern. Sonst geht das im täglichen Klein-Klein verloren.

Es ist wichtig, sich Ziele zu setzen. Aber sie sollten auch erreichbar sein und nicht von anderen Personen abhängen. Denn dann werden diese Ziele schnell unerreichbar und man ist frustriert. Das Gelingen des Ziels „Jedes Jahr zwei Bücher veröffentlichen“ ist von externen Faktoren abhängig, wie beispielsweise einem Verlag. Und deshalb möglicherweise nicht erreichbar. Aber auch beim Selfpublishing können externe Abhängigkeiten, wie das Lektorat und Korrektorat, eine Limitierung darstellen. Besser wäre es also „Jedes Jahr zwei Bücher schreiben“ als Ziel zu setzen.

In dem Journal, das ich meine, geht es jedoch noch um etwas anderes. Es soll helfen, über die Jahre hinweg, nicht die eigene Entwicklung aus den Augen zu verlieren. Als man sich mal entschieden hatte ein Autor zu werden, hatte man einen Traum. Und dieser Traum trägt in sich die Motivation als Autor zu arbeiten. Und dieser Traum lässt sich auf Teilbereiche herunterbrechen: Was ist einem wichtig als Autor? In welchen Bereichen möchte man sich weiterentwickeln? In welchem Genre möchte man mal schreiben? Welche Workshops oder Schreibkurse möchte man besuchen? Welche Themen könnten in Zukunft interessant werden und wohin möchte man sich generell entwickeln?

Es geht also um die Frage, was für ein Autor man in 5 oder 10 oder 30 Jahren sein möchte und was auf dem Weg dahin nötig ist. Möchte man in einer Anthologie enthalten sein? Oder mehr spezifisch als Sachbuchautor: Welches Thema entwickelt sich gerade zum Mainstream und wäre interessant für ein Buch? Ich welchem Bereich der Sachbuchthemen möchte man schreiben?

Auch das handwerkliche Können sollte geplant und entwickelt werden: Welche Schreibstile möchte man erlernen oder ausprobieren? Welche Machart und Aufbau haben die aktuellen Bücher des eigenen Genres? Ein Sachbuch aus den 1990er Jahren sieht deutlich anders aus, als ein heutiges Sachbuch. Auch die Sprache ändert sich. Wenn die eigenen Bücher im Selfpublishing erscheinen, werden diese nicht von einem Verlag modern gestaltet. Also sollte man sich zumindest ab und an mal die erfolgreichen und aktuellen Sachbücher eines Verlages anschauen. So kann man den eigenen Styleguide auf Vordermann bringen.

Es gibt keine Regeln für solch ein Journal. Als Autor hat man eine Vorstellung, was man gerne in der Zukunft erreichen und machen möchte. Den Weg dahin sollte man niederschreiben und skizzieren, zusammen mit den Zwischenschritten dorthin. Es geht nur darum, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Und wenn man mal eine Durststrecke hat, kann man einen Blick in sein Journal werfen und die schon absolvierte Entwicklung betrachten. Das baut einen wieder auf und gibt einem Energie für das, was noch vor einem liegt.

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!