Wird man als Sachbuchautor gebeten eine Lesung zu halten, stellt sich die Frage wie dies mit einem Sachbuch funktionieren kann. Die Roman-Schriftsteller können bei solch einer Gelegenheit die beste Stelle aus ihrem Buch vortragen, der Sachbuchautor hat diese Möglichkeit leider nicht.

Wie kann man solch einen literarischen Abend gestalten? Es gibt (mindestens) drei Möglichkeiten:

1.) Das Gespräch unter Fachleuten. Der Autor und eine weitere Person, die sich mit dem Thema des Buches auskennt, diskutieren miteinander. Dies birgt aber die Gefahr, dass die beiden Spezialisten in einen Wettkampf geraten, der sie das Publikum vergessen lässt. Ein Schlagabtausch mit Fachkauderwelsch ist für das Publikum langweilig.

2.) Die moderierte Lesung mit dem Autor. Ein Moderator, oder mehrere Moderatoren, steigen gut vorbereitet mit dem Autor in den Ring. Sie stellen gezielte Fragen, die der Autor beantwortet. Dabei muss die Moderation mehrere Ebenen der Lesung im Auge behalten, beispielsweise ob das Thema noch verständlich erklärt wird und sich nicht zu sehr in Details verliert. Aber auch ob das Publikum als Nichtkenner der Materie noch unterhalten wird und nicht schon gelangweilt ist.

3.) Der Autor stellt eine Kurzfassung vor. Dies ist eine für den Autor schwierige und arbeitsintensive Form der Lesung, da sie viel Vorbereitung benötigt. Dabei können Streiflichter aus dem Inhalt des Buches vorgestellt werden, die weiterhin die Essenz des Inhalts vermitteln aber trotzdem die Neugierde auf mehr wecken. Oder aber der Inhalt des Buches wird durch weiterführende Thesen vermittelt. So wird dem Inhalt nichts vorweg genommen, und der Leser hat weiterhin das Vergnügen der Lektüre.

Noch keine Kommentare

Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert.