Die alte Diskussion, dass Selfpublishing-Bücher schlecht sind und nur Verlagsbücher was taugen, diese Diskussion ist schon lange widerlegt. Wenn aber die Arbeit für einen Verlag so vorteilhaft ist, was sind denn dann die Vorteile für einen Selfpublisher?

Im direkten Vergleich hat man als SP-Autor:

  • mehr Unabhängigkeit beim Inhalt und der Gestaltung
  • mehr Freiheit bei der Tonalität und dem Umfang
  • die Möglichkeit ein Nischenthema aufzugreifen
  • eine unschlagbare Schnelligkeit auf aktuelle Themen reagieren zu können
  • die freie Wahl des Lektors und Korrektors

Die Qualität eines Verlagsbuches ist mit der Hilfe eines Lektors, Korrektors und Coverdesigners für ein SP-Buch erreichbar - wenn man das Geld für die Überarbeitung und das Design vorher auslegen kann. 

Ist das aber unbedingt nötig? Ich denke nicht unbedingt, bzw. nicht immer und in jedem Fall. Manchmal geht es um den Inhalt und nicht um die Verpackung. So wie damals bei der Streitschrift „Empört Euch!“ von Stéphane Hessel. Das Cover-Design hat niemandem schlaflose Nächte bereitet, aber darauf kam es bei den 32 Seiten auch nicht an!

Für einen Autor es schwerer, bei einem Selfpublishing-Buch alles richtig zu machen. Wenn er bei Teilaufgaben keine professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, wie beispielsweise beim Lektorat oder Cover-Design.

Trotzdem sind Nischenthemen mit einer kleinen Leserschaft im Selfpublishing gut aufgehoben. Dabei spielt wiederum die Qualität nicht immer eine entscheidende Rolle. Wichtiger ist es die Vorlieben der Leser zu bedienen und auch schnell genug schreiben zu können, um die Nachfrage zu bedienen.

Und dann die Tantiemen: Die Beteiligung an einem Verlagsbuch ist geringer, als die an einem Buch im Selfpublishing. Verkauft sich das SP-Buch aber nicht gut genug, kommt unter dem Strich trotzdem weniger raus. Der Erfolg von Büchern lässt sich nicht vorhersehen. Viele Faktoren müssen erfüllt sein und dann gehört noch das berühmte Quäntchen Glück dazu.

Und da hat ein Verlagsbuch deutliche Vorteile, weil in der Regal alle Faktoren, die ein Buch ausmachen, bestmöglich umgesetzt werden. Das Buch wird besser. Wenn sich das Buch dann noch um ein aktuelles und interessantes Thema dreht, es in jeder Bahnhofsbuchhandlung auf dem Tisch liegt, in jedem Buchhandel zu finden ist und von jedem Buchhändler bezogen werden kann, dann werden einfach viel mehr Menschen dieses Buch kaufen. Die Reichweite und Wahrnehmung eines Verlagsbuches ist in der Regel deutlich größer. Kommt dann noch das Quäntchen Glück dazu ...

Klar, es gibt Ausnahmen, die es auch im SP geschafft haben: „Der Marsianer“ von Andy Weir, oder auch „Fifty Shades of Grey“ waren SP-Titel die ein Renner wurden. Das ist wiederum ein weiterer großer Vorteil des Selfpublishing: es sind Überraschungserfolge möglich, die so noch nie da waren. Also warum nicht mal neue Dinge ausprobieren und die eigene Idee in einem SP-Buch ausprobieren?

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