Die Tätigkeit des Korrektors ist das Korrekturlesen von Texten. Absolut notwendig sind dafür perfekte Kenntnisse der Grammatik und Rechtschreibung, die Regeln der deutschen Sprache.

Die Erwartung der Leser, dass ein Buch ohne Schreibfehler ist, wird selten erfüllt. Egal ob Verlagsbuch oder ein Buch im Selfpublishing; die Qualität früherer Bücher scheint nicht mehr erreicht zu werden. Zurück zu führen ist dies auf Kostensenkungen.

Ein heutiges Buch wird als gut korrigiert angesehen, wenn auf 3-5 Seiten nur ein Fehler zu finden ist. Je nach Qualität des Manuskripts, d.h. der Fähigkeiten des Autors hinsichtlich der Rechtschreibung, reicht manchmal das Geld nicht aus, welches dem Korrektor zugesagt wird. Zusätzlich wird vom Korrektorat mehr übersehen, wenn die Dichte der Fehler im Text höher ist. Dies bedeutet, manche Texte müssten zweimal durch das Korrektorat laufen, um eine gute Qualität hinsichtlich der Rechtschreibung aufzuweisen.

Der schwarze Peter wird nun gerne an den Autor weitergereicht: Würde dieser fehlerfrei(er) Schreiben, wäre ja auch keine aufwändige Prüfung des Textes notwendig.

Leider wird hierbei vernachlässigt, dass Schriftsteller und Autoren schon immer kaum fehlerfrei schreiben konnten, viele klassische Autoren lange Zeit die Wörter so schrieben, wie sie in ihren Ohren klangen. Und dass aus diesem Grund der hoch angesehene Beruf des Korrektors überhaupt entstand. Deshalb lesen sich Klassiker so gut

Suchen Sie mal den Text des Liedes „Der unendliche Tango (der deutschen Rechtschreibung)“ von Reinhard Mey. Dies sind ein paar Zeilen davon:

Ich war kein schlechter Erzähler
Aber es war wie verhext
Wo ich schrieb, da waren Fehler
Und wo nicht, hab' ich gekleckst

Mich interessiert das Leben
Und nicht, wie man's buchstabiert!

Ich hab' nur Glück, dass ich heut' singe
Und somit ungelesen bleib'
Ihr wisst von mir 1.000 Dinge
Aber nicht, wie ich sie schreib'!

Es ist wichtiger Gedanken und Ideen wirksam zu transportieren anstatt sie korrekt zu schreiben. Jede Energie sollte auf die Kernfähigkeit des Erzählens verwendet werden, statt sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren.

Viele Leute haben eine falsche Vorstellung vom Beruf eines Autors, Schriftstellers oder auch Liedermachers. Anspruchsvolle Texte verlangen einem Schreiber alles ab. In der Schule lernten wir aber alle, dass sich alles um die Rechtschreibung und Grammatik dreht. Dafür gab es die Diktate. Aufsätze wiederum waren bei den meisten Schülern verhasst, da viele nie wussten, was sie schreiben sollten. Denn kreatives Schreiben wurde bei einem Diktat nie erreicht und auch sonst kaum gelehrt.

Ein Schriftsteller hat die Aufgabe seine Gedanken kohärent zu Papier zu bringen, nicht in der Grammatik perfekt zu sein. Ein Buch zu schreiben ist schwer genug und bezahlt wird ein Autor vom Verlag auch nur dafür. Denn ein Lektorat und Korrektorat wird immer fest eingeplant, genau wie Grafik und Gestaltung.

Allerdings, wenn heutzutage ein Autor jedes zweite Wort falsch schreibt, wäre eine Spracherkennung, ein(e) Sekretär(in) oder ein Ghostwriter angebracht. Wir leben ja nicht mehr im Mittelalter. :-)

Eine weitere Fehlerquelle sind die Übersetzungen. Der Autor mag sein Werk grammatikalisch perfekt in seiner Sprache geschrieben haben, aber bei der Übersetzung in eine andere Sprache haben sich Fehler eingeschlichen. In dem Fall bekommt der Übersetzer gerne den schwarzen Peter zugeschoben.

Aber auch hier gilt: Der hauptsächliche Job des Übersetzers ist es, den Sinn des Textes korrekt zu übersetzen und nicht jedes Wort richtig zu schreiben.

Wenn man sich als Leser nun über zu viele Rechtschreibfehler in einem Buch aufregt, ist diese Kritik berechtigt. Sie sollte aber die Richtigen treffen.

Und wer weiterhin stolz auf sich ist, viel fehlerfreier schreiben zu können, als der Autor des Buches, welches in den Händen gehalten wird ... nun ... Glückwunsch! Der Beruf des Korrektors wartet auf Sie! :-)

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