In dem Blog-Artikel "Der Traum vom eigenen Buch" habe ich den Fluss der Wörter angesprochen. Diese Darstellung suggeriert einen Zustand des Schreibens, bei dem man wie in Trance die Wörter auf das Papier bringt und hinterher ist ein abgabereifes Manuskript entstanden.

Die Realität ist weit davon entfernt! Der erste Entwurf eines Textes ist immer nur eine Rohfassung. Das ist aber auch in Ordnung und mehr sollten Sie auch nicht erwarten.

Ob am Anfang der Karriere oder viel später, das erste Manuskript darf gar nicht mit dem Anspruch geschrieben werden, es müsse perfekt sein. Wenn man etwas das erste mal tut, ist man nie gut darin.

Der Fluss der Wörter hilft einem viel zu schreiben und die Idee aus dem Kopf auf das Papier zu bringen - und dabei kann auch etwas wirklich gutes entstehen - aber das ist dann eine andere Ebene in diesem Text. Mit den Rechtschreibfehlern und Formulierungsproblemen, die natürlich noch in dem Text enthalten sind, mag der Text zwar roh und ungeschliffen sein, aber die Idee sollte er schon transportieren können.

Übung macht den Meister, auch beim Schreiben. Profis überarbeiten ihr Manuskript mehrmals. Bevor das Manuskript zu einem Buch werden kann, wird es außerdem noch von einem Lektorat und Korrektorat überarbeitet.

Bei dem ersten Entwurf für ein Sachbuch-Manuskript geht es nur darum, das Thema verständlich, klar umrissen und mit einem Bogen versehen, aufs Papier zu bekommen.

Danach folgt die mehrmalige Überarbeitung, die jeweils unter einem anderen Gesichtspunkt erfolgt:

  • Rechtschreibfehler
  • Fehlerhafte Sätze
  • Verständlichkeit, Ausdrucksweise und Tonalität
  • Stringenz und Folgerichtigkeit

Danach sucht man die Schwächen, die man mit der Zeit an sich entdeckt:

  • Lieblingswörter, die sich ständig wiederholen
  • Füllwörter, die unnötig sind
  • Satzkonstruktionen, die man zu oft anwendet
  • Schreibfehler, die immer wieder vorkommen
  • Überlange Sätze, die gekürzt oder geteilt werden können

Nach einiger Zeit, mindestens eine Nacht, am besten eine Woche, suchen Sie die schwammigen und schlechten Textstellen, bei denen Sie sich hätten besser ausdrücken können. Dabei werden Sie auch die Stellen finden, die Sie gut finden. Diese Stellen heben Sie auch auf!

Bei Ihrem ersten Buchmanuskript wird wahrscheinlich vieles verbesserungswürdig sein. Das ist in Ordnung und geht jedem so. Mit der Zeit und den Jahren, mit steigender Erfahrung und Routine, wird sich der erste Entwurf verbessern und die Überarbeitung wird weniger Zeit in Anspruch nehmen. Aber perfekt wird er erste Entwurf nie sein!

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